Abwiegen, abmessen und dosieren – so mache ich das blind

Das Titelbild zeigt mich mit zwei Messlöffeln. Der Kleinere ist zur Hälfte befüllt, der Größere ganz voll.

Es ist Samstagvormittag, als ich damit beginne den ersten von zwei Kuchen zu backen. Schließlich steht heute Nachmittag ein Kindergeburtstag an. Und wie jedes Jahr gibt es bei uns eine klare Aufteilung. Während mein Mann die obligatorische Schatzsuche vorbereitet und später auch begleitet, bin ich für das Backen zuständig. Und wie die meisten Mamas liebe ich es ganz besonders, wenn mich während des Backens keiner stört oder mir im Weg steht.

Halt, Stopp, blind, und Kuchenbacken? Das heißt doch abwiegen, abmessen oder so was. Geht das? Ja, das geht. Und zwar vollkommen blind. Hier zeige ich Euch ein paar Möglichkeiten auf.

Natürlich gibt es Rezepte, bei denen man nicht viel abmessen braucht. Die sogenannten Tassenkuchen. Die liebe ich, weil sie einfach schnell gehen.

Hier ein Rezept für einen solchen Kuchen:

1 Tasse Öl, 1 Tasse Zucker, 5 Eier, 1 halbes Päckchen Backpulver und 4 Päckchen Puddingpulver. In dieser Reihenfolge zusammenrühren und anschließend ca. 45 Minuten bei 180 Grad Heißluft backen. Fertig. Wenn man ihn besonders locker haben mag, dann trennt man die Eier und schlägt das Eiweiß zu Eischnee und hebt ihn darunter.

Nun sind aber nicht alle Rezepte so einfach, dass man ohne Abwiegen oder Abmessen auskommt. Brauche ich präzise Messwerte, so gibt es Waagen, welche mit einer Sprachausgabe ausgestattet sind. D.h., dass die Waage mir sagt, wie viel Gramm ich jetzt in der Schüssel habe. Besonders schätze ich daran die Zuwiegefunktion. Und inzwischen sind sie auch erschwinglicher als vor 20 Jahren. Damals habe ich für meine 160 DM gezahlt. Heute gibt es welche für unter 30 €.

Für diejenigen, die lieber einen Messbecher benutzen möchten, gibt es auch diese mit einer Sprachausgabe. Ich selbst habe so einen allerdings noch nie benutzt. Dafür hatte ich mal einen, der eine fühlbare Markierung auf der Innenseite hatte. Damit konnte ich Flüssigkeiten wie Milch ganz gut abmessen. Das mache ich inzwischen mit Tassen, von denen ich weiß wie viel ml Fassungsvermögen sie haben.

Irgendwann habe ich Messlöffel für mich entdeckt. Diese hatte ich mir mal aus Neugierde bei einem Versand mitbestellt. Es waren 5 Löffel aus Kunststoff mit 100, 50, 15, 5 und 1 ml Inhalt. Bei den zwei größeren Löffeln befand sich in der Mitte eine fühlbare Markierung, um 50 und 25 ml abmessen zu können. Dazu gab es eine Messtabelle in Brailleschrift, die Angaben darüber enthielt wie schwer 100 ml Zucker, Mehl usw. Sind. Außerdem gab es noch eine Tabelle mit Angaben darüber wie viel ml 100 g von Zucker, Mehl usw. ergaben. Irgendwann fing ich an damit zu experimentieren.

2017-04-17-PHOTO-00000242Das Bild zeigt eine Nahaufnahme von zwei Messlöffeln. Der kleinere ist zur Hälfte befüllt, der Größere ganz voll.

Mit der Zeit brauchte ich die Tabelle nicht mehr, da ich die Dinge, die ich häufig brauchte, auswendig konnte. Außerdem sind Maßangaben bei Rezepten im Grunde nur Richtwerte.

Was ich nach wie vor als Herausforderung empfinde ist das Abmessen kleiner Mengen. Ich weiß noch, als eines meiner Kinder täglich inhalieren, und ich das Kochsalz abmessen musste. Die Kinder waren noch zu klein, um mir hier helfen zu können. Also brauchte ich die rettende Idee.

Ich ließ mir vom Kinderarzt eine Einwegspritze geben. Diese markierte ich mir am Kolben mit einem Küchenmesser so, dass ich fühlen konnte wie viele ml Flüssigkeit ich aufgezogen hatte. Die Flüssigkeit konnte ich somit präzise aufziehen und direkt in den Inhalator geben. Das andere Medikament konnte ich mit der Pipette hineintropfen. Das kann man hören. Und so konnte ich mir behelfen, wenn ich keine normal sehende Person in meiner Nähe hatte. Generell fand ich es einfacher Medikamente mit der Spritze aufzuziehen als mit dem Löffel zu geben. Denn dazu hätte ich drei Hände gebraucht: Eine, die den Löffel hält, eine die kontrolliert wie voll der Löffel ist, und eine die das Medikament eingießt. Und für mich, Mama mit zwei Händen, ist das ein wirkliches Problem.

Zurzeit habe ich keine sprechende Waage mehr. Irgendwann hat sie ihren Geist aufgegeben. Und seither trage ich mich mit dem Gedanken, mir eine Neue ins Haus zu holen. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen. Und ich habe noch immer keine. So viel zum Thema Dinge aufschieben. Und irgendwie haben mir meine Messlöffel bisher ganz gut geholfen. Jedenfalls für das was ich machen muss. Und für wirklich präzise kleine Mengen, muss nach wie vor eine Einwegspritze herhalten. Doch wie heißt es so schön? Der Zweck heiligt die Mittel.

Vierter Bloggerstammtisch. Heute berichte ich darüber.

Auf dem Bild bin ich auf dem Eisernen Steg in Frankfurt zu sehen.

Und wider war es soweit. Matze von Mainrausch hatte zum bereits vierten Bloggerstammtisch geladen. Auf seiner Seite befinden sich bereits Berichte über die ersten zwei Treffen.

Den Bericht über den dritten Bloggerstammtisch hat Michael vom Blog Schaemicon verfasst. Bei ihm gibt es zu allen möglichen Themen, auch für WordPress, Anleitungen für Dummys. Schade, dass er diesmal nicht Dabeisein konnte.

Diesmal fand das Treffen in der Gaststätte Lokalbahnhof statt. Ich kannte das Lokal noch nicht und war gespannt wie ein Regenschirm. Erst recht, da ich noch nicht so recht wusste wie ich dort hinfinden würde. Aber nachdem ich die Adresse hatte, konnte ich mir mit meiner Navigationshilfe meines IPhone behelfen. Und da ich nicht einschätzen konnte wie lange ich für den weg brauchen würde, habe ich ausreichend Zeit eingeplant. Und weil ich schon mal zu früh da war, hatte ich noch Zeit anzukommen und in Ruhe eine Pommes zu essen.

Und wie immer waren wir bis zum Schluss gespannt wer alles kommt und wer trotz fester Zusage doch lieber nicht. Bei Tante Facebook weiß man nie so genau. Wie schnell ist ein ich nehme angeklickt und vielleicht ebenso schnell wieder vergessen. Alles was ich wusste war, dass Matze kommt. Denn er hatte den Stammtisch organisiert und den Tisch auf seinen Namen reserviert.

Das Wetter ließ es zu, dass wir den Stammtisch nach draußen in den Garten verlagern konnten. Zum einen mag ich es gern draußen zu sitzen, sobald das Wetter es irgendwie zulässt, zum Zweiten darf draußen geraucht werden. Das erspart es den Rauchern zwischendurch aufzustehen, nach draußen zu gehen und ihr Rauchopfer darzubringen. Und für mich persönlich ist es so, dass ich es gern etwas ruhiger habe, wenn ich mich mit anderen unterhalten möchte. Bei dem Geräuschpegel im Inneren von Lokalbahnhof war ich somit dankbar für Wetter und Garten. Denn wenn ich mich mit mehreren Leuten am Tisch unterhalten möchte, kostet es mich mehr Konzentration. Eben weil mir die optischen Informationen wie Gestik und Mimik fehlen. Ich kann also nicht sehen, ob die Person, die mir schräg gegenüber sitzt, mich anspricht oder wen anderes. Ich muss das aus dem Kontext hören.

Gegen 20:00 Uhr trudelten sie also nach und nach ein, ausgestattet mit guter Laune, so wie ich.

Matze heißt eigentlich Matthias Grün. Auf seinem Blog Mainrausch schreibt er vom Leben, Lieben und Untergehen in Frankfurt. Hier habe ich mir schon so manche Inspiration geholt.

Anja Zoerner betreibt das Portal 069-news. Hier gibt es Nachrichten und Informationen rund um Frankfurt.

Von Juliane Thiel bekommt man auf das-vierte-zimmer wertvolle Ausgehtipps, die sie selbst getestet hat. Da sie damit kein Geld verdient, garantiert es ein zuverlässiges Maß an Objektivität.

Ein neues Gesicht war Frank in der Runde. Er betreibt den Blog frankfurt-guide-24 und berichtet über Kultur, Gastronomie und Stadtteile Frankfurts.

Mike Pale gehört zum harten Kern des Bloggerstammtischs. Für Kunstinteressierte und die, welche es noch werden möchten, ist seine Seite Kreativzirkus absolut lesenswert.

Moni Vitzu von Psychology of Arts, Fashion and Life befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen Kleidung und Psychologie. Der Blog ist noch im Aufbau. Daher gibt es hier noch keinen Link dazu. Wir dürfen gespannt auf ihre Beiträge sein.

Und dann ist da noch mein Blog lydiaswelt mit Informationen rund um alle Themen, die mich als blinde Mutter bewegen.

Wie auch bei den letzten drei Malen waren wir eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Sparten. Gemeinsam verbinden uns allerdings das bloggen und der Wunsch nach Erfahrungsaustausch für eine gemeinsame Leidenschaft. Dabei ist es völlig unwichtig ob man bereits ein erfahrener Blogger ist oder der Blog noch im Aufbau ist. Bei uns sind alle willkommen.

Hauptstadtdschungel: Ein Tag mit einem weißen Stock in Berlin

Denise Evers (Titelbild) ist blind und schreibt heute auf meinem Blog. Wir dürfen sie einen Tag lang auf ihren Wegen durch Berlin begleiten.

„Lieber Leser, liebe Leserin,

bevor du dich mit mir in den Großstadtdschungel stürzt, lass mich dir Eines sagen.

Bitte betrachte meinen Bericht mit der obligatorischen Portion Humor und verliere nicht deine Hilfsbereitschaft durch mein Nörgeln.

Es verhält sich hier, wie mit den Nachrichten. Nur die besonders kuriosen Fälle finden Gehör.

All die zahlreichen Menschen, die mir täglich auf freundliche, hilfsbereite und offenherzige Art und Weise begegnen, sind viel zu normal und unspektakulär, um hier Erwähnung zu finden. Ein trauriger Zug der Geschichte.

Frei nach dem großen Voltaire:

„Die Geschichte ist nur ein Gemälde von Verbrechern und Drangsalen.

Die Menge unschuldiger und friedlicher Menschen tritt auf diesem ungeheuren Schauplatz fast immer in den Hintergrund.

Die Hauptpersonen sind nur ehrgeizige Schurken.“

Und jetzt, lieber Leser, liebe Leserin, komm einen Tag mit mir nach Berlin.

Auf dem Weg zu einem morgendlichen  Arzttermin. Ich renne die Treppen zur S-Bahn runter und springe in die bereitstehende Bahn.

„Nein! Nicht diese!“, schreit eine Frau und kommt angelaufen. Reflexartig steige ich wieder aus, ohne nachzudenken. Eine Dummheit. Die Türen gehen zu und sie fährt ab. Es war meine.

Ich ärgere mich nicht über die fünf Minuten, die ich warten muss, sondern über die Frau. Wieso meint sie sich einmischen zu können? Woher weiß sie überhaupt wo ich hin will. Noch mehr ärgere ich mich über mich selbst. Kaum habe ich mich zu Ende geärgert, kommt auch schon die nächste Bahn.

Als ich aus der S-Bahn steige packen mich ein Mann und eine Frau unter den Armen und versuchen mich zurück in die S-Bahn zu hieven.

„Wir helfen Ihnen. Wir helfen Ihnen“.

„Großartig, ich bin gerade ausgestiegen und will nicht wieder einsteigen.“, erkläre ich geduldig und mache mich sanft los.

Ich gehe weiter zur Treppe. „Polizeidirektion fünf, Berlin, klappt das mit der Treppe oder können wir Ihnen behilflich sein?“

Ich bin kurz versucht, die beiden Herren von der Polizei zu bitten, mich die Treppe herunter zu tragen, verwerfe den Gedanken aber lieber schnell wieder.

Ich gehe weiter, bleibe unterwegs in zahllosen Fahrrädern hängen und verfluche alle Fahrradfahrer innerlich. Gedanklich liege ich noch halb im Bett oder trinke zumindest gerade eine Tasse Kaffee, da greift mich etwas am Unterarm. Ich fahre zusammen. „Wo wollen sie hin?“, fragt die Person mich aus dem Nichts. „Zum Zahnarzt“, antworte ich.

Auch wenn ich mir bewusst bin, dass die meisten Menschen helfen wollen und Gutes im Sinn haben, frage ich mich doch, was das eigentlich für eine Unart ist, einen fremden zielstrebig laufenden Menschen einfach so zu fragen „und wo wollen sie hin?“

Ich habe allerdings kaum Zeit mich darüber zu wundern, denn kurz vor dem Ziel trete ich auf etwas Weiches. „Was ist das denn schon wieder“, frage ich mich. Sekunden später weiß ich es. Eine Schlafunterlage…

„Kannst du nicht aufpassen“, pöbelt es mir von unten entgegen.

„Schlaf halt nicht mitten auf dem Gehweg“, pöble ich nun schon mit geringerem Toleranzpegel zurück. Ich gehe weiter. Vor dem Eingang stehen ein Paar osteuropäische Jugendliche auf dem Gehweg, rauchen, lachen und vertreiben sich den Tag. Sie verstummen schlagartig, als sie mich erblicken.

„Ihr könnt ruhig weiter reden“, zische ich ihnen zu. „Hallo“, sagen sie verschüchtert. Ich muss lachen.

Nach dem Arzt fahre ich mit der S-Bahn zur Uni.

Ich laufe auf den Bahnsteig, und ganz nach vorne, zwei Kerle unterhalten sich und verstummen, als ich vorbeikomme. „Guckt nicht so doof“, raune ich ihnen zu. „Alter, die verarscht uns ja voll, die sieht das ja“, ist die Antwort. Ich beiße mir auf die Unterlippe.

Ich steige in die S-Bahn. „Da ist noch ein Platz frei“, sagt eine Frau.

„Wo ist da?“

Der komplette Wagon freut sich, dass es etwas zu tun gibt und man erklärt mir gemeinschaftlich, wo genau „da“ bedeutet.

Ich habe die Situation schon längst wieder vergessen und mein Hörbuch im Ohr, als die Dame neben mir mich plötzlich fragt: „Kann ich Ihnen helfen?“

Hmm, bei was jetzt genau? Beim in der S-Bahn sitzen?

Aber ich bin ja Profi. „Nein, alles gut, danke“.

Aus der Bahn raus packt mich ein Mann am Arm: „Hier geht’s zum Fahrstuhl“.

„Ich bevorzuge die Treppe“, sage ich. Er merkt, dass er mich nervt.

„Ich wollte ja nur helfen.“ Am meisten würde er mir helfen, wenn er mit mir spräche, bevor er mich irgendwo hin zieht.

Nachmittags muss ich einige Besorgungen machen. Ich eile den Bürgersteig entlang. Eine gut bekannte Strecke. Hier kann ich mich entspannen und muss nicht so aufpassen. Plötzlich klirrt es und ich trete mit voller Wucht gegen einen Kleingeldbecher eines Obdachlosen. Der Inhalt fliegt weit, sehr weit. Schon wieder ein neuer in der Gegend. Normalerweise kenne ich die Obdachlosen auf meinen häufigen Strecken und vor allem, sie kennen mich. Ich habe sie als die idealen Wegbeschreiber und Lotsen für mich entdeckt.

Denn Obdachlose haben meistens ziemlich viel Zeit und kennen sich aus wie kein anderer in ihrer Gegend.

Ich entschuldige mich zigmal und gehe weiter. Beim nächsten Mal wird er mich vorwarnen.

Ein junger Kerl heftet sich an meine Versen. „Wohin gehen?“, fragt er?

„Da vorne rechts zum Gemüsemann“, bedeute ich ihm. „Ich helfen“, stellt er fest, und fasst meinen Arm.

„Danke, das ist sehr nett. Ich kenne den Weg“, leiste ich schwachen Widerstand.

Er versteht mich nicht oder will mich nicht verstehen.

Steif und ungelenk walzt er sich mit mir über den ohnehin schon engen Bürgersteig. „Du Gemüse kaufen?“, fragt er? „Ja ja, aber das passt schon, ich kenn die Leute da“, versichere ich ihm hastig.

Als ich aus dem kleinen Laden komme wird mir eine Hand auf die Schulter gelegt. „Wohin jetzt?“

Der ist ja immer noch da. Wie werde ich den denn jetzt los?

„Hör mal, ich kenn mich hier aus. Alles gut“, versuche ich es.

„Aber ich muss helfen“, entgegnet er.

Ich zögere. Ich will eigentlich Geld abheben, aber nicht mit einem Verfolger im Schlepptau, den ich nicht einschätzen kann. Als hätte Gott mich erhört, klingelt sein Handy. Er muss weg. Versichert sich jedoch fünf Mal, ob ich den Weg tatsächlich alleine finde. Ich atme auf.

Vor der Bank bleibe ich kurz stehen und gönne mir eine Zigarette. Mein Stock lehnt locker an meinem Körper. Eine ältere Dame spricht mich an:

„Rauchen und Nordic Walking passt aber nicht zusammen“, sagt sie. Ich stutze. „Redet die mit mir? Was für Walking?“

„Und überhaupt, Nordic Walking mit einem Stock habe ich ja noch nie gesehen“, fügt sie hinzu.

Ich muss schon wieder lachen. „Kein Nordic Walking“, sage ich, „Das ist meine portable Stange, an der ich gleich ein Tänzchen aufführe“.

In solchen Situationen frage ich mich, ob die Leute den eigentlichen Ernst meinen?

Schnell weiter, ab zu Kaisers. Ich brauche noch Käse und Eier. Ich weiß, wo die Dinge stehen, die ich regelmäßig kaufe. Als ich gerade die Eier auf Brüche und Schäden untersuche, spricht mich eine Frau an: „Ich bewundere Sie so sehr. Ich beobachte sie schon, seitdem sie reingekommen sind. Hilft ihnen denn hier Niemand?“

Ich bin kurz sprachlos. „Hat dir niemand beigebracht, dass es eine unhöfliche Unart ist andere Menschen zu beobachten“, möchte ich schreien.

„Kein Grund zur Bewunderung“, sage ich stattdessen, „Es sind nur Eier“. Ich wende mich ab; will weg von ihr. „Aber wieso hilft ihnen denn niemand“, setzt sie nach.

„Hätte ich Hilfe gewollt, hätte ich danach gefragt. Aber da sie mich ja jetzt schon die ganze Zeit beobachtet haben, werden sie festgestellt haben, dass ich die Eier auch alleine gefunden habe“. Mist, das ist mir so rausgerutscht. Normalerweise sind meine unfreundlichen Ausrutscher wirklich selten, da ich weiß, dass die meisten Menschen behilflich sein wollen und einfach nur unsicher sind. Bitte seht es mir nach, dass man manchmal einfach keine Nerven mehr hat gut gemeintes Blabla abzublocken.

Sie lässt mich endlich in Ruhe.

Ich gehe zur Kasse. Eine Mutter zieht ihr Kind zur Seite. „Die ist blind“, sagt sie zu ihrem Nachwuchs in nicht mal versucht gedrosselter Lautstärke. „Aber nicht taub“, möchte ich hinzufügen, lasse es aber. Nicht noch ein Ausrutscher.

Im Anschluss gehe ich zu meiner neuen Praktikumsstelle. Mir wurde angeboten, vorab die Mitarbeiter kennenzulernen und alle technischen Voraussetzungen zu besprechen. Das nehme ich doch gerne an.

Meine zukünftige Kollegin läuft mit mir durchs Haus. Wir treffen den Hausmeister. „Das ist Denise. Sie wird bald bei uns ihr Praktikum beginnen. Sie kann nicht sehen“. Wieso hat sie das jetzt gesagt? Ist das nicht offensichtlich?

Der Hausmeister reagiert cool. „Na umso besser, denn kann ‚se nicht so in die Ecken gucken, wa“, berlinert er. Ich muss lachen und schließe ihn auf Anhieb in mein Herz. Was für ein entspannter, humorvoller Mann.

Abends möchte ich zum Sporttraining. Es ist schon wieder viel zu spät und ich hetze los. Auf dieser Strecke muss alles passen, da der Bus, den ich am Ende brauche nur alle 20 Minuten fährt.

Ich laufe die Treppe runter; unten steht ein älterer Herr aus mir unerklärlichen Gründen mitten davor. Ich remple ihn an. „Pass doch auf, Mädchen“, fährt er mich an. Er ist mir egal; ich gehe weiter. Da schallt plötzlich hinter mir eine Frauenstimme mit typischen Berliner Gossenslang: „Ey Opa, wer muss denn hier aufpassen. Sie oder du? Guck dich doch mal an! Stehst hier mit deinem Fettarsch mitten im Weg!“

Der „Opa“ ist verschüchtert und ich auch.

Sie läuft hinter mir her, den Bahnsteig entlang. Habe ich jetzt einen Schutzpatron? Als sie neben mir steht bedanke ich mich leise bei ihr, denn sie hat  für mich Partei ergriffen.

„Klar, kein Problem, ich bin voll die Menschenrechtlerin“, sagt sie. „Menschenrechtlerin“… Haha haha! Ich kann den Lachflash nicht aufhalten.

Als ich aus der U-Bahn aussteige, fange ich an zu rennen, mein Bus kommt gleich. An der Ampel treffe ich auf eine zuckersüße Oma, die es sich nicht nehmen lässt, mich zur Haltestelle zu begleiten.

Das Problem an der Sache, Oma ist sehr alt und sehr langsam zu Fuß; ich bekomme das Gefühl, dass ich ihr helfen sollte und nicht sie mir. Aber ich lasse ihr ihren Spaß. „och, da waren wir wohl zu langsam, der ist gerade abgefahren“, sagt Oma. Ich bleibe freundlich auch wenn ich innerlich koche.

„Kein Problem, ich habe Zeit, vielen Dank für Ihre Hilfe“, sage ich höflich.

Oma hat es ja nur gut gemeint. Überhaupt meinen es alle immer nur gut, das ist das Problem an der Sache.

Auf dem Rückweg muss ich meinen Bus am Zoo nehmen. Scheinbar nehme ich eine falsche Treppe. Ich kann die Brücke nicht finden, unter der normalerweise meine Haltestelle ist. Um mich herum rennen Menschen in Eile, mit Koffern und Kindern.

Ich versuche Jemanden auszumachen, der nicht im Umsteigestress steckt und nach Möglichkeit kein Tourist ist. Leichter gesagt als getan. Wo sind die ganzen hilfsbereiten Menschen, wenn man sie braucht?“

Danke an Denise für den herzerfrischenden Beitrag. Ich lade alle Leser zu einem Meinungsaustausch in den Kommentaren ein.

Wie ich die Brailleschrift erlernte und was sie für mich bedeutet.

Auf dem Titelbild bin ich mit einer Broschüre in Braille zu sehen. Meine Finger liegen auf dem Papier.

Die ersten drei Buchstaben, nämlich das a, b und l lernte ich bereits an meinem ersten Tag an der Blindenschule. Ich war mächtig stolz darauf, dass ich jetzt das Wort „Ball“ schreiben konnte.

Mein zweiter Tag an der Blindenschule begann mit einer Förderstunde. Es gab zwei Arten von Förderstunden, eine für Kinder mit besonderem Förderbedarf und eine für den Rest der Klasse. Ich kam in die erste Gruppe, die jetzt aus drei Schülern bestand. Unser Klassenlehrer leitete diese und brachte mir während dieser Zeit die Brailleschrift bei. Er verstand es mich richtig zu motivieren.

Musste im Unterricht geschrieben werden, so tat ich das mit der Hand, beschränkte mich jedoch auf ein Minimum, da ich einfach zu langsam war. Nur In Mathematik war ich schnell.

Eines Tages sagte mein Lehrer zu mir, dass wir heute die Zahlen lernen würden. In Braille ist das so, dass die Buchstaben a bis j auch als Zahlen von 1 bis 0 verwendet werden. Es wird ihnen ein Zeichen vorangestellt, das aussagt, dass wir es hier mit einer Zahl und nicht mit einem Buchstaben zu tun haben. Wenn man es einmal verstanden hat, dann ist es kinderleicht. Und am Ende des Unterrichts sagte er zu mir, ich könne es mir aussuchen, ob ich die Hausaufgaben in Mathe heute mit der Hand oder in Braille machen möchte. Natürlich wollte ich beides machen. Einfach, weil ich glücklich war jetzt endlich meine Aufgaben wie meine Mitschüler machen zu können.

Insgesamt vergingen etwa sechs Wochen, bis ich die Brailleschrift flüssig schreiben konnte. Und laut vorlesen dauerte noch etwas länger. Aber ich brauchte mich jetzt nicht mehr mit handschriftlichen Hausaufgaben herumzuquälen.

Unsere Schule besaß eine umfangreiche Schülerbibliothek. Diese hatte einmal in der Woche nach dem Mittagessen geöffnet. Und hierhin traute ich mich eines Tages. Da ich noch nie ein Buch gelesen hatte, wusste ich selbst nicht was ich eigentlich haben wollte. Die Lehrerin, welche die Bibliothek leitete, suchte ein Buch für mich heraus. Es hieß „Freude hat viele Gesichter“. An den Inhalt selbst erinnere ich mich nicht mehr. Nur daran, dass ich es gelesen habe. Es musste sogar am Wochenende mit zu meinen Eltern. Und diese gewöhnten sich allmählich daran, dass ich am Wochenende irgendein Buch dabei hatte.

Von nun an wurde ich langsam zur Leseratte. Ich entdeckte immer mehr Bücher, die mich interessierten. Und da man am Tag so viel anderes zu tun hatte, entdeckte ich, dass man mit einem Buch in Braille wunderbar unter der Bettdecke lesen konnte – und das ohne Taschenlampe. Denn ich brauchte nur die Finger zum Lesen. Ob unsere Erzieher das nicht sahen, oder einfach tolerierten, kann ich heute nicht mehr beurteilen.

LydiaBraille2Und so sieht es aus. Das Bild zeigt eine Nahaufnahme meiner Finger auf einem mit Braille beschriebenen Blatt Papier.

Die Monate vergingen, und mein Deutsch wurde immer besser. Ich weiß noch, dass mir das jemand aus meiner früheren Schule sagte, als ich meine alte Klasse besuchte. Wow, das kam bestimmt durch das viele Lesen, und natürlich dadurch, dass ich unter der Woche nur deutsch sprach.

Bücher in Braille, oder Punktschrift, wie man auch sagen kann, sind sehr umfangreich. Für alle, die schon mal ein Buch von Karl May in der Hand hatten. Ein solches Buch in Braille besteht aus vier Bänden, die etwa Handteller breit sind. Also nichts für die Handtasche. Und als ich meine Phase mit Karl May hatte, habe ich mir die Bücher aus einer Leihbücherei nach Hause schicken lassen, um sie während der Ferien zu lesen.

LydiaBraille3Um Euch den Unterschied einmal zu zeigen, habe ich eine Infobroschüre einmal in Braille fotografiert. Daneben zum Vergleich dasselbe in Brailleschrift.

Es gibt Büchereien für Braille oder auch für Hörbücher, die extra für Blinde aufgelesen wurden. Solche Einrichtungen dürfen Bücher oder auch Hörbücher kostenfrei an Blinde verschicken. Und wir dürfen diese auch kostenlos zurückschicken. Dafür gibt es spezielle Transportboxen, die entsprechend gekennzeichnet werden.

Heute streiten sich viele darüber, ob die Brailleschrift bei zunehmender Digitalisierung überhaupt noch eine Zukunft hat. Ich gehöre zu denjenigen, welche die Frage eindeutig mit einem „ja“ beantworten. Denn auch wenn ich viel mit Sprachausgabe arbeite, bin ich froh mir auch mal für unterwegs Notizen in Braille machen zu können. Sozusagen für die Handtasche. Und auch meine Texte habe ich beim Korrekturlesen lieber unter den Fingern. Das ist genauer als die Sprachausgabe.

Blinde Eltern, sehende Kinder, Teil 6.

Was tun, wenn die Kita Ferien hat? 

Mein Sohn war vier und meine Tochter fast sechs Jahre alt, als sich für uns zum ersten Mal die Frage stellte: Was tun während der Ferien? Vor Allem während der Sommerferien hatte der Kindergarten drei lange Wochen zu. 

Aktivitäten wie Schwimmbad traute ich mir damals noch nicht alleine zu. Meine Kinder konnten noch nicht schwimmen, und ich bin ohnehin nicht so wirklich eine Wasserratte. Und bei der Geräuschkulisse habe ich keine Chance zwei bewegungsfreudige Kinder im Getümmel wiederzufinden. Zuhause bleiben war aber auch keine Alternative. Das wollte und konnte ich uns nicht antun. 

Naiv wie ich war rief ich einige Wochen vor Beginn der Sommerferien beim Jugendamt an. Ich glaubte bis dato daran, dass sie mir sagen könnten wo Aktivitäten für Kindergartenkinder stattfinden. Die sogenannte Frau vom Amt war erst mal mit meiner Frage etwas überfordert. Erst recht, als ich ihr erklärte, dass mir mit einer Broschüre in Papierform nicht geholfen wäre. Ich wollte Anlaufstellen, Telefonnummern, Links oder Informationen per E-Mail haben. Und wahrscheinlich war ich die erste Mutter, die einen solchen Wunsch äußerte. Als sie mir dann anbot meine Kinder für die Schließungszeit des Kindergartens außerhalb der Familie unterzubringen, war selbst mir klar, dass wir hier nicht weiterkommen würden. 

Ich war also wieder auf mich allein gestellt und musste selbst Ideen entwickeln. Und das für drei ganze Wochen. Wegfahren kam nicht in Frage. Dazu sagte mein Portmonee ganz klar nein. Und die meisten Freunde meiner Kinder, mit denen wir uns hätten zusammentun können, waren während dieser Zeit weg. 

Zunächst einmal überlegte ich was wir hier zuhause während der Ferien tun konnten. Auf dem Dachboden, den wir zum Spielzimmer der Kinder umfunktioniert hatten, standen ein Trampolin, und eine Rutsche. Beides war auch für den Außenbereich geeignet. Diese Dinge zogen also in unseren Garten um. Außerdem hatten wir einen Pool, den ich bei schönem Wetter aufstellen konnte. Diese Sachen waren beliebig miteinander kombinierbar. Es passte sogar noch ein Zelt mit auf die Wiese, ohne dass es zu eng wurde. Auf diese Weise hatte ich einen Bereich, den ich auch als Blinde gut überblicken konnte. Tisch und Stühle standen auf der Terrasse. Hier wurde nur Geschirr aus Kunststoff verwendet. So konnte es auch keine Scherben geben. Denn die Kinder liefen meist barfuß herum. In diesem Sommer kam uns so manches Kind in unserem kleinen Gartenparadies besuchen. 

Natürlich waren wir nicht rei Wochen am Stück in unserem kleinen Gartenparadies. Wir machten alle Spielplätze unsicher, die wir finden konnten, waren im Wald oder gingen nach Frankfurt und unternahmen dort etwas. 

Irgendwann trauten wir uns auch mal in den Tannenwald. Das ist ein Spielpark, der auch Wasserspile für Kinder hatte. Hier suchten wir uns einen Platz, an dem ich es mir bequem machte. Die Kinder konnten spielen gehen. Es gab die Vereinbarung, dass sie sich von Zeit zu Zeit melden mussten. Ansonsten taten sie das ohnehin, wenn sie Hunger oder Durst hatten. Ich hatte meist selbst gebackenen Kuchen, Obst und Gemüse dabei. Und auch Getränke brachte ich immer selbst mit. Anfangs fiel es mir sehr schwer die Kontrolle aus der Hand zu geben. Ich sprach dann auch schon mal andere Mütter an und bat sie mal zu schauen ob bei meinen Kindern alles in Ordnung war. 

Auf diese Weise lernte ich eine Freundin kennen, deren Kind im Alter meiner Kinder war. Wir kamen ins Gespräch. Sie holte mir einen Kaffee vom Kiosk, und ich bot ihr ein Stück meines selbst gebackenen Kuchens an. Die Kinder verstanden sich gut. Und so haben wir so manche Unternehmung gemeinsam gestartet. 

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Erlebnis aus diesem Sommer abschließen, von dem ich selbst lange nicht wusste wie ich es finden sollte. 

Ich habe noch einen geringen Sehrest. Wir reden hier von weniger als 2 %. Damit kann ich noch grobe Umrisse sehen, jedoch keine Einzelheiten. Ich sehe also, wenn jemand direkt vor mir steht, kann aber nicht erkennen, ob das Männlein oder Weiblein ist. Je heller die Sonne scheint, desto weniger sehe ich. Einzelheiten wie Stufen oder Straßenlaternen ertaste ich mir mit meinem Blindenstock. Meine Kinder liefen zu diesem Zeitpunkt oft bei mir an der Hand. Meine Tochter, die etwas sicherer unterwegs war, lief auch schon mal vor mir her. Meinen Sohn hatte ich noch lange an der Hand. Da er noch etwas verträumt war, fühlte sich das einfach richtig an. 

Wir kamen vom Spielplatz nach Hause und liefen gegen die Sonne. Rechts von mir waren der Fahrradweg, und anschließend die Straße. Mein Sohn lief an meiner linken Hand. Mit der rechten Hand habe ich in Schulterbreite mit dem Stock gependelt, um mir den nächsten Schritt zu ertasten. Plötzlich bremste ein Fahrrad scharf neben uns, und ein Mann schnauzte mich an. Er erklärte mir, dass ich gerade meinen Stab ausgefahren habe. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich das als Blinde brauche. Er fing man mit mir zu diskutieren, da er die Ansicht vertrat, dass ich doch ein Kind an der Hand habe, welches mich führt. 

Jetzt frage ich Dich, lieber Leser, würdest Du Dich einem viereinhalbjährigen Kind blind im Straßenverkehr anvertrauen? Schreib mir Deine Meinung in die Kommentare.

Autofahren für Blinde – kein Traum mehr

Das Titelbild zeigt die blinde Lydia Zoubek am Steuer des speziell umgerüsteten Smart for Two, deutlich erkennbar am Blindensymbol (drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund).

Die Kinder zur Schule fahren, den Familieneinkauf mit dem Auto bewerkstelligen und schnell mal bei der besten Freundin vorbeifahren. Dinge, die für einen normal sehenden Autofahrer so selbstverständlich zum Alltag gehören. Für Lydia Zoubek ist das bisher nur möglich, wenn jemand sie im Auto fährt oder sie sich ein Taxi nimmt. Ansonsten erledigt sie alles zu Fuß oder mit der Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das könnte künftig anders werden. Denn Forscher einer privaten Initiative haben ein Fahrzeug so modifiziert, dass auch Blinde damit fahren können.

„Ich wollte schon immer mal selbst Auto fahren“, sagt Lydia und streicht liebevoll über die Heckklappe. Bisher war dies nur auf speziellen Events möglich, wo Fahrlehrer Blinden diese Möglichkeit geben. Aber jetzt könnte es bald Alltag werden.

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Das Bild zeigt Lydia am Heck des Autos, auch von hinten deutlich durch ein Blindensymbol (drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund) gekennzeichnet.

Fahrbegleiter Vassili Bertakis erklärt der blinden Lydia die einzelnen Bedienelemente des Prototyps. Er ist maßgeblich an der Entwicklung beteiligt. „Noch kann Lydia nicht alleine im normalen Straßenverkehr teilnehmen“, erklärt er, „denn dazu braucht Lydia erst noch die entsprechende Fahrerlaubnis.“ Und die ist noch in Arbeit. „Doch das begleitete Fahren klappt bereits jetzt wunderbar und Lydia erweist sich als souveräne Autofahrerin.“

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Das Bild zeigt Lydia und Vassili im Auto.

Das Auto, welches auf den ersten Blick ganz normal aussieht, beinhaltet jede Menge Sensoren, die dafür sorgen, dass der blinde Fahrer den Abstand zu anderen Autos, Menschen und anderen Gegebenheiten einhalten kann. Mit einem Autopilot ähnlichen System passt sich das Fahrzeug dem Straßenverkehr an. Eine Kennzeichnung mit drei schwarzen Punkten macht andere Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam, dass eine Kontaktaufnahme per Handzeichen nicht möglich ist. Dafür lässt sich ein hochwertiges Außenmikrofon zuschalten, welches Zurufe und andere Straßengeräusche zuverlässig überträgt. Über eine Sprachausgabe bekommt der blinde Fahrer Informationen über Geschwindigkeit oder Straßenkreuzungen.

Achten Sie zukünftig also auf Fahrzeuge mit entsprechender Kennzeichnung und drücken Sie auch mal ein Auge oder zwei zu, wenn Sie diesen im Verkehr begegnen.