Bezahlte Hilfe oder soziales Umfeld

Was macht mehr Sinn, Hilfe aus dem sozialen Umfeld oder eine bezahlte Assistenz?

Ich bin ein großer Freund davon, dass sich Menschen mit Behinderung Tätigkeiten, die sie selbst nicht erledigen können, von einer bezahlten Assistenz durchführen lassen. Dies möchte ich gern an einem Beispiel veranschaulichen.
Vor allem mich als blinde Mutter hat das Thema beschäftigt, als meine Kinder noch zu jung waren, um alleine ins Schwimmbad oder auf die Kirmes zu gehen. Gepaart mit meinem eigenen Respekt vor Wasser wollte ich es nicht verantworten mit ihnen alleine schwimmen zu gehen. Es gibt blinde Eltern, die das hinkriegen. Ich selbst habe mich das lange nicht getraut. Solche Aufgaben habe ich am liebsten mit sehender Begleitung gemacht. Aber woher nehmen? Nicht immer klappt es, dass man sich mit anderen Eltern gleichaltriger Kinder verabreden kann.
Ich weiß noch, dass meine Kinder sich eine ganze Woche lang darauf gefreut hatten am kommenden Samstag schwimmen zu gehen. Eine Dame aus meinem sozialen Umfeld hatte angeboten uns zu begleiten. Und so hatten wir uns an dem Tag nichts vorgenommen, hatte ich Proviant vorbereitet und die Sachen der Kinder vorbereitet. Wir wollten uns um 14:30 Uhr bei uns zu Hause treffen und gemeinsam zum Schwimmbad fahren.

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Der Standardpatient ist nicht blind

Anhand eines Beispiels gehe ich der Frage nach wie gut Augenkliniken auf blinde Patienten eingestellt sind.

Das Foto zeigt mich während einer augenärztlichen Untersuchung.

Früher dachte ich immer, dass Augenärzte und Augenkliniken auf blinde und hochgradig sehbehinderte eingestellt sind. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Der Standardpatient ist meist älter und kommt in sehender Begleitung. Außerdem ist er nicht unbedingt blind, sondern verfügt noch über einen ausreichenden Sehrest, der ihm erlaubt den standardmäßigen Sehtest zu durchlaufen, oder ohne Begleitung der Krankenhausmitarbeiter von a nach b zu kommen. Der blinde Patient, der wie ich auch mal ohne Begleitung unterwegs ist, weicht total vom Standard ab.

Kurz zur Klärung der Begriffe: Bis zu einem Sehvermögen von 2 % sprechen wir von Blindheit, bis ca. 5 % von hochgradiger Sehbehinderung und bis zu einem Restsehen von 30 % gilt man als sehbehindert. Ich bin dem Gesetz nach blind, da mein Sehrest ca. 2 % beträgt. Durch meine Hornhautverkrümmung bin ich sehr blendempfindlich. Normales Tageslicht ist mir schon zu hell. Daher trage ich draußen eine Brille mit Kantenfiltergläsern. Die sorgen dafür, dass mich das Licht nicht so blendet, und ich mich draußen grob orientieren kann.

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Als ich mich hypnotisieren ließ

Über meine Erfahrungen als blinde Probandin in einer Hypnosesitzung

Über Hypnose wusste ich nicht allzu viel. Ich stellte mir das so vor, dass mir jemand gegenüber sitzt und intensiven Blickkontakt mit mir pflegt. Und dadurch würde dann irgendwann durch irgendeine bestimmte Technik irgendwas mit mir gemacht. Tja und Blickkontakt bei mir als Blinde Frau? Das konnte man absolut vergessen. Ich habe noch einen geringen Sehrest von ca. 2 %. Damit sehe ich grobe Umrisse von Menschen oder Gegenständen. Für Mimik oder Blickkontakt reicht das jedoch nicht aus.

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Von meinem ersten Versuch einen Kuchen zu backen

Heute erzähle ich eine persönliche Geschichte aus meiner Jugend und meinen ersten Gehversuchen mit Sehbehinderung in der Küche.

Meine Freundin Jenny und ich lernten uns in der siebten Klasse kennen. Wir hatten Schulen für blinde Kinder aus unterschiedlichen Bundesländern besucht. Und jetzt besuchten wir beide das Gymnasium an der Blista in Marburg. Wir sahen total gegensätzlich aus. Dennoch verwechselte man uns ständig. Wahrscheinlich lag es daran, dass wir während der Schulzeit zusammen hingen, in der Schule nebeneinander saßen und auch einen Großteil unserer Freizeit zusammen verbrachten.
Marburg war zu weit weg, um täglich nach Hause zu fahren. Daher lebten wir Schüler in einem Internat. Genauer gesagt in Wohngruppen, die in den ersten beiden Jahren aus etwa zehn Schülerinnen und Schülern und vier Betreuern bestanden. Sowohl meine Wohngruppe, als auch die, in der Jenny wohnte, befanden sich auf dem Schulgelände. Das hieß für uns, dass wir einen kurzen Schulweg hatten, zum zweiten aber auch, dass Jenny und ich uns jederzeit gegenseitig besuchen konnten. Wir waren beide in der Pubertät, und taten all das, was andere Kinder in diesem Alter eben tun.

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Essen im Dunkeln

eine Mitarbeiterin erzählt.

Zum ersten Mal kam ich durch eine Jugendgruppe der Blindenselbsthilfe mit dem Thema Essen im Dunkeln in Berührung. Damals veranstalteten wir einen Tag der offenen Tür. Ein Highlight war, dass Gäste eine schwarze Augenbinde auf bekamen. Sie durften nun ein Stück Kuchen blind essen, und wurden währenddessen mit einer Sofortbildkamera fotografiert. Dieses Bild durften sie zur Erinnerung an dieses Erlebnis mit nach Hause nehmen.

Seit mehr als 10 Jahren habe ich für diverse Dunkelprojekte gearbeitet. Dazu gehören auch Dunkelrestaurants, Dunkelkaffees oder Dunkelbars. Sie alle haben eines gemeinsam, nämlich dass man etwas zu sich nimmt, ohne es sehen zu können.

In den meisten Dunkelrestaurants, für die ich gearbeitet habe, wird ein Menü serviert, welches für den Gast unsichtbar ist. Er darf es mit seinen anderen Sinnen wahrnehmen, und gibt lediglich an ob er Fleisch oder vegetarisch möchte, und ob er bestimmte Lebensmittel grundsätzlich nicht essen möchte oder darf. Darauf wird dann bei der Zusammenstellung des Menüs Rücksicht genommen.

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Autofahren für Blinde – kein Traum mehr

Das Titelbild zeigt die blinde Lydia Zoubek am Steuer des speziell umgerüsteten Smart for Two, deutlich erkennbar am Blindensymbol (drei schwarze Punkte auf gelbem Hintergrund).

Die Kinder zur Schule fahren, den Familieneinkauf mit dem Auto bewerkstelligen und schnell mal bei der besten Freundin vorbeifahren. Dinge, die für einen normal sehenden Autofahrer so selbstverständlich zum Alltag gehören. Für Lydia Zoubek ist das bisher nur möglich, wenn jemand sie im Auto fährt oder sie sich ein Taxi nimmt. Ansonsten erledigt sie alles zu Fuß oder mit der Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln. Das könnte künftig anders werden. Denn Forscher einer privaten Initiative haben ein Fahrzeug so modifiziert, dass auch Blinde damit fahren können.

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LiebsterAward Nominierung

Lukonblog hat mich für den LiebsterAward nominiert. Danke dafür. Sie lebt mit ihrem Mann in Kanada und blogt darüber. Ich liebe ihre erfrischende Art zu schreiben und freue mich jedes mal erneut auf ihre Beiträge auf http://www.lukonblog.wordpress.com.

Hier die Regeln:

1. Bedanke dich bei der Person, die dich nominiert hat.
2. Beantworte die 10 Fragen.
3. Überlege dir 10 neue Fragen.
4. Und nominiere neue Leute für den LiebsterAward.
5. Informiere die nominierten Blogger!
6. Füge die Grafik für den LiebsterAward ein!
7. Vergiss nicht die Regeln des LiebsterAwards einzufügen!

Meine Antworten auf die 10 Fragen:

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